Gold erleidet seinen fünftgrößten Sturz überhaupt

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Niall Delventhal
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Gold erleidet seinen fünftgrößten Sturz überhaupt

Beitrag von Niall Delventhal » 21.06.2013, 09:22

Gold erleidet seinen fünftgrößten Sturz überhaupt, nachdem USD nach Fed ansteigt!

von John Kicklighter, Chef-Währungsstratege von DailyFX


Gold hat während der Handelszeit vom Donnerstag komplett kollabiert. Die Zahlen sind umwerfend. Zu Ende der Handelszeit in New York fiel das Edelmetall um weit über 5 Prozent oder $70 im Verlaufe der Handelszeit. Diese unglaubliche Bewegung brachte den Markt mit Leichtigkeit unter das $1.300 Level und leitete Levels ein, die zuletzt im September 2010 gesehen wurden.
Wenn wir die heutige Kursbewegung alleine betrachten, scheint es, als ob dies nur etwas Einmaliges war, das vielleicht auf eine Welle Stop-Positionierungen oder das Momentum nach einer außerordentlichen Order zurückzuführen ist. Wir müssen diesen Rückgang jedoch im Kontext des größeren Bildes berücksichtigen, um zu erkennen, wie sich der allgemeine Trend entwickelt.
Dieser unglaubliche Absturz findet kaum mehr als zwei Monate nach einem über 14-prozentigen Kollaps Mitte April statt. Diese beiden großen Beschleunigungsperioden (siehe Chart unten) passen in einen breiteren und konsistenteren Bärentrend. Dieser Trend sah das Metall seit Jahresbeginn um fast $400 oder 24 Prozent sinken; mehr als $500 oder 28 Prozent seit den Hochs im vergangenen September; und fast $650 oder 33 Prozent vom Rekordhoch am 6. September 2011.


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Chart erstellt von John Kicklighter mit Marketscope 2.0


Durch die Zahlen
Bevor wir uns die größeren Konsequenzen des bärischen Trends ansehen, sollten wir feststellen, wie bemerkenswert der jüngste Kollaps war. Wie wir unten erkennen, war der Rückgang vom Donnerstag die fünftgrößte Dollar basierte Bewegung, die es je gab.. Dies ist ein etwas verzerrter Sichtpunkt, da höhere Kurse bedeuten, dass größere theoretische Korrekturen möglich sind.

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Für einen wirtschaftlicheren Vergleich dieser bemerkenswerten Bewegung sehen wir uns also die prozentuale Veränderung an. Der Einbruch über mehr als 5 Prozent ist immer noch außergewöhnlich. Es ist die zweitgrößte Bewegung seit der Finanzkrise/Großen Rezession von 2008-2009. Warum fiel Gold während dieser Periode schneller - wann gibt es theoretisch eine größere Nachfrage nach einem Safe-Haven? Dies führt uns zu den Fundamentalaspekten des aktuellen Sturzes.


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Die Fundamentalaspekte


Gold spielt für den Markt drei allgemeine Rollen: traditionelle Safe-Haven-Anlage, ein einfacher Hedge für die Inflation und eine alternative Wertanlage zu typischen Währungen und buchwerten Anlagen. Alle drei dieser Rollen verloren im vergangenen Jahr an Bedeutung.
Als ein einfacher Hedge für die Inflation gibt es einfach nicht genug Preisanstieg, um eine Notwendigkeit, die ansteigenden Preise der Güter auszugleichen, zu rechtfertigen. Dies ist für die Investoren eine unglaubliche Situation, welche eine Zunahme des Stimulus und eine langsame Erholung der Wirtschaftsaktivität bei vielen der weltgrößten Wirtschaften erlebt haben; aber es ist Realität. Bezüglich des "Safe-Haven-Aspekts" gibt es wenige wichtige Qualitäten, die erreicht werden müssen, um das Vertrauen der Investoren zu erhalten: liquide und niedrige Volatilität. Während das Metall liquider als viele Märkte ist, kommt es nicht anderen "Safe-Havens" gleich. Noch wichtiger ist, dass die Volatilität bei Gold explodiert ist - und denjenigen Verluste brachte, die an Sicherheit festhalten.
Somit bleibt uns nur noch die Rolle als Alternative zu "manipulierten" Währungen. Dies ist immer noch eine bedeutungsvolle Dynamik, da die Bemühungen der Zentralbank, das Wachstum zu stützen und die Deflation zu beenden, zu beispiellosen Erhöhungen der Bilanzen führten (was den - erwünschten oder unerwünschten - Nebeneffekt einer Abwertung der Währungen hat). Dennoch haben wir hier ebenso erlebt, dass der Markt die verzerrenden Effekte des Stimulus ignoriert und innerhalb der FX-Welt bleibt. Die Triebkraft für diese jüngste Bewegung kann man unten sehen. Der US-Dollar legte nach dem Policy Meeting der Fed zu, bei dem die Gruppe ihre Absichten klar machte, irgendwann das Tempo ihrer Unterstützung via QE3 zu verlangsamen.


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Die Reaktion bei der Marktpositionierung

Im Markt kam ein Argument auf, dass der Rückgang des Goldkurses "unnatürlich" sei, da er in der Auflösung von "Papier"-Gold fundiert ist – mit anderen Worten verkaufen die Investoren Anlagen, die Derivate von physischem Gold sind (ETFs, Futures, etc). Es ist wahr, dass es einen starken Ausstieg aus diesen Papieranlagen gibt. Im unteren Chart können wir den unglaublichen Abfluss des Interesses in nominalen ETFs erkennen (Indexfonds), was im Gegenzug zu reduzierten Holdings des Edelmetalls zur Aussetzung führt.

Jedoch übt die Quelle der Bewegung ihren Einfluss aus, unabhängig davon bei welcher Anlage sie beginnt. Alle gezeigten Grafiken zeigen den Spot - physischen - Goldkurs. Der Ausverkauf des physischen Gold durch die Fonds ist ebenso real wie ein Einzelner oder eine Zentralbank, die das Metall abstoßt.


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Wenn man den spekulativen Aspekt des Marktes etwas genauer betrachtet, können wir erkennen, wie sich diejenigen, die den Markt einfach nur für Kapitalgewinne handeln, positionieren. Der Commitment of Traders (COT) Report der CFTC zeigt, dass die spekulative Nettopositionierung bei Gold Futures-Verträgen die niedrigste seit Anfang 2007 ist. Dies sieht im Gegenzug als eine "überverkaufte" Positionierung verlockend aus, aber Märkte können für lange Zeit überverkauft bleiben, wenn der Zeitrahmen zu groß ist und er kann sogar nicht überverkaufter werden. (Sehen Sie, wie sich Retail-Trader bei Gold positionieren, mit DailyFX-Plus SSI)

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Was wir vergangene Handelszeit bei Gold erlebt haben, ist kein einmaliges Ereignis. Vor nur zwei Monaten wurden wir Zeuge von einem weiteren Fall eines unglaublich intensiven Ausverkaufs. Weiterhin sahen wir monatelang anhaltenden Verkaufsdruck, nach einer wenige Jahre anhaltenden allgemeinen Congestion, die einsetzte, nachdem die Rekordhochs getestet wurden.
Es gibt sicherlich die Möglichkeit von kurzfristigen Rebounds des Goldkurses; aber dieses Verkaufstempo sollte jeden möglichen Trader dazu ermutigen, Abstand zu nehmen und über die Bedingungen nachzudenken, die eine bullische Bewegung unterstützen würden und die Möglichkeiten abzuwägen, wie bedeutend der Rebound sein könnte. Als Safe-Haven, Hedge für die Inflation und alternative Wertanlage erlebte Gold, wie sich seine fundamentale Position systematisch in den letzten Monaten änderte.

Goldfasan
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Re: Gold erleidet seinen fünftgrößten Sturz überhaupt

Beitrag von Goldfasan » 09.08.2013, 02:30

Hallo Niall,

vielen Dank für die ausführliche Ausarbeitung über die Entwicklung des Goldkurses und die Stellung des Goldes als Anlageobjekt. Du hast sicherlich recht, wenn du ausführst, dass Gold nicht mehr seine frühere Position als Anlageobjekt hat. Dennoch halte ich es nach wie vor für richtig, einen Teil Gold im Portfolio vorzuhalten, und zwar als Save-Haven, wie du es bezeichnest. Dazu ist es gerade jetzt, da die Kurse wieder ordentlich gefallen sind, empfehlenswert, etwas Gold zu kaufen. Natürlich eignet es sich nicht für die schnelle Rendite, aber das war immer nur kurzfristig die Aufgabe des Goldes. Wer Gold zum günstigen Kurs kauft, muss sich keine allzu großen Gedanken über weiter fallende Preise machen, denn mit Geduld wird der Preis auch wieder steigen.

Ciao

Goldfasan

goldengirls
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Re: Gold erleidet seinen fünftgrößten Sturz überhaupt

Beitrag von goldengirls » 11.10.2013, 12:12

Wer das Wirtschaftsystem der Menschheitsgeschichte ansieht wird unweigerlich an einen Schnellkochtopf erinnert. Renditeversprechen von 4-10 % auf Eigenkapital sind schliesslich der Motor für jede Form unternehmerischen Handelns. NUR zeigt uns die Geschichte dass es selten kontinuierliche Renditen in dem Ausmass gibt. Irgendwann platzt der Schnellkochtopf und das Spiel mit der Hoffnung auf hohe Renditen beginnt von vorn. Der einzig wirksame Schutz ist meines Erachtens der Kauf von physischem Gold und damit einer direkten Zugriffsmöglichkeit im Falle einer "Katastrophe". Deswegen lieber auch kein Banksafe.
Ich habe es so gelöst. Kauf physisches Gold Absicherung derivativ:
Nachzulesen in dem Ebook wie es gemacht wird
http://www.gold-kaufen-wert-sichern.com
gold-kaufen-wert-sichern.com

Falls es keine Katastrophe gibt habe ich mein Gold vor Ort und das derivative Papierkonto spielt keine Rolle mehr.
Falls es zu keiner Katastrophe kommt und Gold fällt habe ich immer noch mein Gold zur Sicherheit und den Wertverlust als Ausgleich bar auf meinem Konto

Visual
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Re: Gold erleidet seinen fünftgrößten Sturz überhaupt

Beitrag von Visual » 27.10.2013, 10:43

Die Panikmache mit dem "Goldsturz" ist, ebenso wie die Panikmache mit der "Katastrophe" reine Volksverdummung. Seht euch mal die Langzeitcharts an.
Sachwerte werden immer an Wert behalten, im Gegensatz zu FIAT - Werten.
Wichtig ist die Diversifikation.

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